Im Zuge meiner Zeitraffer Fotografie entstehen doch einige schöne Aufnahmen der Milchstraße, einzelnen Sternen und dem Mond die ich euch hier zeigen möchte. Sicher entsprechen die wenigsten Aufnahmen einer wissenschaftlich korrekten Darstellung, ich bearbeite die Bilder eher nach meinem eigenen Empfinden und drücke damit meine „künstlerische Freiheit“ aus. Wobei man den nächtlichen Himmel eh nie in dieser Intensität wahr nimmt da das menschliche Auge einfach nicht in der Lage ist alle Farbspektren aufzunehmen, was wiederum einem Kamerasensor eher möglich ist. Im Vordergrund soll die Schönheit unserer Natur bzw. des Universums stehen.

So fotografiere ich Sterne
Letztens hat mich mal ein Freund gefragt warum ich die Fotos mit so vielen künstlichen Sternen versehe. Im ersten Moment wusste ich gar nicht was er damit meint. Er dachte ich würde zusätzliche Sterne mittels Fotobearbeitungsprogramm in die Bilder malen. Seit dem kann ich mir vorstellen das dies wahrscheinlich viele denken und möchte hier noch mal etwas dazu schreiben.

Ich habe ja im Text weiter oben schon geschrieben das dass menschliche Auge nicht in der Lage ist das volle Farb- bzw. Lichtspektrum wahr zu nehmen, das betrifft vor allem das ultraviolette und infrarote Licht. Genau so kann unser Auge nur begrenzte Helligkeitsunterschiede wahrnehmen so das wir am nächtlichen Himmel eigentlich nur die hellsten Sterne ohne Hilfsmittel sehen können, und da kommt die Kamera als Hilfsmittel ins Spiel. Der Sensor einer Digitalkamera ist erstens empfindlicher bzw. kann er empfindlicher eingestellt werden, dies wird über den ISO-Wert gemacht und reicht von ISO 50 (wenig empfindlich) bis zu ISO 102.400 (extrem empfindlich) wobei letzterer Wert schon eine besondere Ausnahme ist. Die meisten Consumer Kameras bieten ISO-Werte von 100 – 12.500 vereinzelt auch ISO 25.000. Um so höher der Wert um so heller auch das Bild oder anders gesagt, desto mehr Licht kann der Sensor in kürzerer Zeit erfassen.

Es gibt aber noch zwei weitere Werte die für solche Aufnahmen wichtig sind und zwar die Belichtungszeit und die Blende. Die Belichtungszeit ist die Zeit wie lange der Film bzw. Sensor der Kamera belichtet wird, die Blende bestimmt wieviel Licht auf den Sensor trifft. Desto länger man belichtet desto heller wird das Foto, genau so verhält es sich mit der Blende, um so größer die Blende um so heller das Foto (Blende f 2,8 heißt viel Licht, Blende f 8 Heißt wenig Licht). Nehmen wir mal an wir fotografieren den nächtlichen Himmel mit den Einstellungen einer sonnigen Tagszene, also mit ISO 100, Blende f 8 und einer Belichtungszeit von 1/250 s, herauskommen würde ein absolut schwarzes Foto da sowohl die Empfindlichkeit, Blende als auch die Zeit der Belichtung viel zu kurz bzw. zu niedrig währen. Um einen Sternenhimmel wie auf dem Foto unten zu Fotografieren habe ich die Kamera wie folgt eingestellt, ISO 3200, Blende f 2,8 und 25 sec. Belichtungszeit. Man sieht also das dass erheblich höhere Werte sind und damit der Sensor erstens schneller (ISO) viel Licht (Blende) einfangen kann und dies über einen langen Zeitraum (Belichtungszeit), so kann die Kamera viel „tiefer“ in unser Universum schauen und mehr Licht von den Sternen sehen.

Die Milchstraße am Lilienstein

Foto mit ISO 3200 und 25 sec. Belichtungszeit aufgenommen

Ich möchte aber nicht verschweigen das ich meine Fotos auch nachbearbeite, das habe ich ja eingangs schon geschrieben. Das folgende Foto zeigt das unbearbeitete „Rohfoto“ wie es aus der Kamera kam, ich habe lediglich die Größe angepasst und es in JPEG gespeichert.

Das Foto wie es aus der Kamera kam.

Das Foto wie es aus der Kamera kam.

Wie man sehen kann schaut dieses Foto recht unspektakulär aus, und gewinnt durch die Nachbearbeitung ein vielfaches mehr an Wirkung. Was man auf dem Foto aber schon erahnen kann ist die etwas hellere Milchstraße.  Ich bearbeite meine Fotos mit Hilfe der Programme Adobe Lightroom und Photoshop nach und das wie oben geschrieben nach meinen eigenen Vorstellungen. Die Hauptwerkzeuge sind aber nicht wie vielleicht einige vermuten werden der Farbpinsel, hier kommen vor allen die Regler für Helligkeit, Kontrast, Dynamik, Lichter, Weiß und Tiefen zum Einsatz. Da ich alle meine Fotos im RAW Format (Rohdatenformat) aufnehme hat man erheblich mehr Bildinformationen zur Verfügung als z.B. bei JPEG Fotos. Das heißt, ich gebe keine zusätzlichen Bildinformationen in das Foto ein wie man es z.B. mit einem Farbpinsel machen würde, sondern ich hebe die Bildinformationen der oben angegeben Werte (Helligkeit, Kontrast, Dynamik …) hervor. Die Farben in den Bildern gibt es wirklich, werden aber mit den Reglern so eingestellt das wir (unser Auge) sie auch sehen können. Mit Verlaufsfiltern decke ich dann wie im Foto oben die „unwichtigen“ Bereiche etwas ab, verändere aber nicht die Farbe sondern setze die Helligkeit oder Sättigung herab und betone so nur einen bestimmten Bereich des Bildes.

... noch mal im direkten Vergleich.

… noch mal im direkten Vergleich.

Das soll’s an dieser Stelle erst mal gewesen sein, sicher ist dieses Thema unerschöpflich darum denke ich das ich bei Gelegenheit wieder ein paar Zeilen hier schreiben werde.
Wer bis dahin noch Fragen hat kann mich sehr gern Anschreiben oder am besten seine Frage gleich hier unter dem Thema über das Kommentarfeld stellen, ich freue mich immer über Post 😉

Ergänzung vom 30.08.2014
Die Astrofotografie hat mich inzwischen doch etwas mehr in seinen Ban gezogen und so habe ich mir den MDKv4 Astro (MDK steht für Motordrehkopf) von David Wemhöner aus Markkleeberg bei Leipzig zugelegt. David ist ein guter Freund den ich über die Zeitrafferei kennen gelernt habe, er beschäftigt sich schon seit längerer Zeit mit der Astronomie und hat sich sogar eine eigene kleine Sternwarte im heimischen Garten gebaut. Den ersten MDKv1 hatte er 2012 für Zeitrafferaufnahmen vorgestelt und erfolgreich zum Kauf angeboten. David entwickelte den MDK immer ein Stück weiter und so gab es noch eine 2. und 3. Version des MDK in seiner ursprünglichen Form und Bauweise. Im August gab es dann eine wirkliche Evolution beim MDK, David stellte den MDKv4 vor, dieser unterscheidet sich nicht nur in seinem Aussehen von seinen Vorgängern, sondern eröffnet mit seinem neuen Aufbau ganz neue Anwendungsmöglichkeiten. Neben der bekannten Nutzung als Zeitrafferdrehkopf bietet David ihn nun auch als Astronachführung als MDKv4 Astro an um bei der Astrofotografie die Erdrotation auszugleichen und damit bedeutend längere Belichtungszeiten zu ermöglichen. Ein Review dazu könnt ihr in meinem Blog unter „Der neue MDK v4 Astro“ nachlesen, da erkläre ich den Aufbau und die Bedienung des MDK/Astro.
Kommen wir nun aber zum Eigentlichen Teil dieser Ergänzung. Da ich eigentlich ein absoluter Anfänger in Sachen Astronachführung bin(war), war ich schon etwas gespannt was ich wohl am ersten Abend mit dem MDK/Astero so auf die Speicherkarte meiner Kamera bekommen würde. So viel vorweg, ich war und bin absolut begeistert von dem kleinen Gerät und möchte es wirklich nicht mehr missen. Hier nun die Ergebnisse meiner ersten Nacht.

Das erste Bild zeigt das Sternbild Schwan, es wurde aus 24 Einzelbildern mit je 60sec. Belichtungszeit zusammengesetzt. Daraus ergibt sich eine Gesamtbelichtungszeit von 24 Minuten was zu einem doch recht Beeindruckenden Bild führt. Man sieht viele Details bei deutlich weniger Rauschen durch das addierte Licht und geringere ISO Einstellung.

Schwan2bearbetet in DSS

24 Einzelbelichtungen zu einem Bild verrechnet


Exif-Daten


Kamera: Canon EOS 700D
Objektiv: 17-50 mm F2,8 EX DC OS HSM
Montierung: MDK v4 Astro
weitere Ausrüstung: Stativ, Kugelkopf, Kabelfernauslöser 
Brennweite: 50mm (80mm auf APS-C)
ISO Empfindlichkeit: ISO 800
Blende: f2,8
Belichtungszeit: 60 sec. je Bild
Gesamtbelichtungszeit: 24 min

GPS-Daten


Aufnahmedatum: 27.08.2014, 23:01 – 23:41 Uhr
Zugänglichkeit des Fotostandpunktes: leicht
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Mein absolutes Highligt von diesem Abend ist ein Bild unserer Nachbargalaxy Andromeda. Eigentlich war es nur ein Test wie lange ich mit meiner größten Brennweite von 250mm ohne ovale Sterne belichten kann. Leider kann ich bei diesem Objektiv bei dieser Brennweite nur noch mit Blende f5,6 fotografieren aber ich denke trotzdem das es für meinen ersten Versuch doch ein recht anständiges Ergebnis ist. Die ovalen Sterne im Randbereich des Bildes sind laut David dem doch nicht ganz so hochwertigem Kitobjektiv geschuldet, in der Bildmitte sind aber alle Sterne schön rund.

2014-08-28-010221__MG_7601-4

Unsere Nachbargalaxie Andromeda (M31)


Exif-Daten


Kamera: Canon EOS 700D
Objektiv:  EF-S 55-250mm 1:4-5.6 IS II
Montierung: MDK v4 Astro
weitere Ausrüstung: Stativ, Kugelkopf, Kabelfernauslöser 
Brennweite: 250mm (400mm auf APS-C)
ISO Empfindlichkeit: ISO 1600
Blende: f5,6
Belichtungszeit: 120 sec

GPS-Daten


Aufnahmedatum: 27.08.2014, 23:01 – 23:41 Uhr
Zugänglichkeit des Fotostandpunktes: leicht
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29 Foto(s)

3 Kommentare
  1. S. Leifels

    Hallo!

    Wirklich sehr schöne Bilder und beeindruckende Zeitraffer-Videos!

    Mich würde mal interessieren, ob die auf dieser Seite gezeigten Bilder alle Einzelaufnahmen sind, oder ob teilweise auch gestackt wurde. Gerade bei dem Bild mit den Startrails denke ich mir, dass eine relativ lange Belichtungszeit nötig ist. Da dürfte bei einer Einzelaufnahme das Rauschen bei hohen ISOs doch nicht mehr in den Griff zu bekommen sein. oder?

    Danke für eine Antwort und Gruß!

    • Hallo,
      freut mich das dir die Fotos gefallen 😉
      Ja, das Foto mit den Startrails besteht aus 100 Einzelbildern. Bei mir steht ja Primär die Zeitrafferfotografie im Vordergrund und da kann man dann leicht mal 100 Fotos stacken. Alle anderen Fotos sind meistens auch aus Zeitraffersequenzen, dann ist es aber nur eine Aufnahme daraus.

      Grüße Sven

  2. MeMo

    Tolle Bilder… Echt klasse!

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