In der Filmbrange wird ein Dolly (Kamerawagen) für ruckel freie Kamerafahrten genutzt, meistens fährt dieser auf einem Schienensystem. In der Zeitrafferfotografie kann man ein solches System auch gut verwenden. Sicher hat jeder schon mal bei BBC Reportagen einen Zeitraffer Sonnenauf- oder untergang gesehen wo es eine Kamerafahrt gegeben hat. So etwas wird meist mit einem Dolly gemacht, man kann zwar auch das gesamte Bild bewegen (in der Nachbearbeitung verschieben) aber mit dem Dolly löst sich der Vordergrund (z.b. Gras, Bäume …) vom Hintergrund (Berge oder Himmel) und somit entsteht ein Räumlicher Eindruck.

Es gibt inzwischen einige käufliche Systeme die mehr oder weniger speziell für die Zeitrafferfotografie entwickelt wurden und entsprechend kompakt in der Bauform sind. In der Timelapseszene spricht man dann eher von so genannten „Slidern“. Diese Systeme sind allerdings für den Hobbyfotografen wie mich recht teuer, man redet hier von Summen ab ca. 1000 EUR. So habe ich mich in divers Timelapse Foren umgeschaut und bin auf einige DIY Lösungen gestoßen und für mich stand fest, das kann ich auch.

So findet man z.b. bei „magges‘ blog“ eine Stückliste inkl. Anbieter und eine kurze Baubeschreibung. Ich habe dann einige Teile bestellt und mir Gedanken gemacht um das System etwas Formschöner und evtl. auch Robuster zu gestallten. Heraus gekommen ist mein persönlicher Slider.

Wie steuert man nun so einen Slider? Einmal gibt es die Möglichkeit das Ganze von Hand zu bewegen was bei einer Anzahl von ab 300 Bildern pro Szene sehr aufwendig und meist mit Ruckeln verbunden ist. Dann gibt es Systeme die mit einem Motor und Drehpotentiometern ausgestattet sind, da fährt der Kameraschlitten mit einer kontinuierlichen Geschwindigkeit und die Kamera macht währenddessen die Bilder. Leider hat auch dieses System einen Nachteil, wenn man mit langen Belichtungszeiten arbeitet wird durch die permanente Bewegung immer eine Bewegungsunschärfe entstehen und die Aufnahmen dadurch unbrauchbar.

Nun gibt es aber zum Glück von Dynamic Perception eine Steuerung welche sich MX2 Motion Controller nennt. Dieser Controller bietet die Möglichkeit einen „Move-Shot-Move“ zu Deutsch „bewegen-schießen-bewegen“ Modus zu programmieren. Das heißt der Schlitten auf dem Slider bewegt sich ein Stück vorwärts bleibt stehen, die Kamera macht ein Bild und der Slider bewegt sich wieder ein Stück so dass die Kamera immer still steht wenn ein Bild gemacht wird.

Diesen Conroller kann man fertig kaufen oder auch als DIY-Bausatz bei Kids of all ages kaufen. Mit ein paar Kenntnissen am Lötkolben kann man den Bausatz leicht in 2 Stunden Verlöten und spart eine Menge Geld. Was man dann noch braucht steht beim Artikel, eine Gehäuse wird nicht mitgeliefert aber ich denke für den Bastler sollte das kein Problem sein.

Und hier mal ein kurzer Zeitraffer den ich bei mir im Garten gedreht habe, dieser zeigt ganz gut die Kamerafahrt mit dem Slider.

3 Kommentare
  1. uwe

    Hallo Sven,

    im Zeitraffer-Forum bin ich auf Deine Webpage aufmerksam geworden. Einen super Slider hast Du Dir da gebaut und schon recht ansehnliche Timelapse Videos hinbekommen.
    Ich bin recht neu auf dem Gebiet und gerade dabei mir auch einen DIY Slider zu basteln.

    Die größte Herausforderung dabei ist für mich die Motion Steuerung.

    Du verwendest ja dazu den DollyShield DIY Kit und schreibst, dass zu dem Kit noch weiters Zubehör benötigt wird. Ich nehme an, dass es sich dabei um die Arduino Platine handelt.

    Liege ich da richtig und wenn ja welche genau ist die richtige? Wird die benötigt um die Steuerung erst zu programmieren?

    Hast Du evtl. ein paar Tipps für mich wie man dazu weiter vorgeht wenn der Kit erstmal gelötet ist?
    Findet man die benötigte Software dazu dann auch im Netz oder muss man sich in die Programmierung ebenfalls noch einarbeiten?

    Auch Dein Gehäuse ist klasse geworden. Hast Du dazu evtl. eine Skizze?

    Und als letzte Frage: Du verwendest wie ich, die EOS 600D. Hast Du bedenken was den Verschluss angeht wenn Du sehr umfangreiche Projekte angehst ab 5000 Bilder?
    Ist ja immerhin ein mechnisches Bauteil der Kamera und ich habe ein klein wenig Hemmungen da richtig loszulegen. Oder muss man da einfach durch wenn man sich dem Timelapse hingibt?

    Würd mich sehr freuen wenn Du Zeit findest mir ein Feedback zu geben.

    Viele Grüße aus München
    Uwe

    • Hallo Uwe,
      Die MX2 Steuerung ist eigentlich das einfachste stück Arbeit wie ich fand. Du bestellt bei Kids Of All Ages das DollyShield Kit den Arduino Duemillanove. Zum Verbinden mit der Kamera brauchst du noch das Camera Connecting Cable für Canon. Wenn du schon mal einen Lötkolben in der Hand hattest ist das Verlöten eigentlich kein Problem wenn du dich an DIESE ANLEITUNG hälst. Für das Gehäuse habe ich leider keine Skizze, das habe ich mal schnell so gebastelt ;-). Die Software und das Programm zum aufspielen bekommst du HIER. Ich habe mir das ganze auf Deutsch übersetzt.

      Tja, die Kamera und der Verschluss, ich sag’s mal so wie im LRTimelapse Forum, man muss Opfer bringen und sich am Ende über den Film bzw. das Material freuen was man mit der Kamera geschaffen hat. Ich habe mir am Anfang auch so meine Gedanken gemacht, inzwischen hat meine 600er ca. 18000 mal den Spiegel hochgeklappt und sie hört sich an wie am ersten Tag ;-). Ich hoffe sie wird min. 50000 Bilder machen

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